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Wiedersehen macht Freude - 80. Veteranentagung in Unterägeri

05.05.24 – Über 120 Veteraninnen und Veteranen der Sport Union Schweiz (SUS) haben in der Aegerihalle ein freundschaftliches Wiedersehen genossen. Gastgeber Sport Union Aegeri profilierte sich dabei als alteingesessener Verein mit modernen Ansätzen.

 

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«Jede und jeder erreicht ihr bzw. sein sportliches Ziel auf ihre und seine Weise» umschreibt die Sport Union Aegeri ihren Vereinszweck. Der älteste (Gründungsjahr 1956), grösste und bekannteste Verein in Unteraegeri zählt rund 200 Mitglieder. Mit einem breiten Angebot werden alle Altersgruppen angesprochen, vom Jugimädchen bis zum Seniorenturner. Dabei geht man mit der Zeit und wagt Innovatives, wie die neue Streetworkout- und Parkour-Anlage. Mit öffentlichen Trainingsangeboten werden so auch neue Zielgruppen angesprochen, die sich lieber im Freien bewegen und nur niederschwellig mit einem Verein verbunden sein wollen.

 

Nichtsdestotrotz wird auch die Tradition im Aegerital hoch gehalten. So stellt sich die Sport Union Aegeri immer wieder als Organisatorin von regionalen und nationalen Tagungen und Wettkämpfen zur Verfügung. Das liegt nicht nur daran, dass sie mit Markus Iten den Finanzchef in der Sport Union Zentralschweiz und mit Sepp Born gar den Zentralpräsidenten der Sport Union Schweiz stellt. In der bald 70-jährigen Vereinsgeschichte ist ein starkes Bewusstsein gewachsen, dass der Baum «Breitensport» nur gesund sein kann, wenn man seinen Stamm pflegt und seine Äste mitträgt. Wenn die Dachverbände funktionieren und personell gut besetzt sind, geht es auch den Vereinen gut.

 

Jüngstes Beispiel dieses Breitensport-Engagements war die Durchführung der 80. Jahresversammlung der Veteranenvereinigung der Sport Union Schweiz. Unter dem OK-Präsidium von Franz-Peter Iten, kulinarisch unterstützt von Heidi und Christa Merz vom Restaurant Bären in Oberägeri, bot die Sport Union Aegeri den 120 angereisten Veteraninnen und Veteranen stimmungsvolle Stunden in der Aegerihalle in Unterägeri.

 

Nach dem Begrüssungskaffee wurde der «geschäftliche Teil» unter Leitung von Urs Graber (Wallenwil), Präsident der 700-köpfigen Veteranenvereinigung, zügig erledigt. Aus dem Vorstand wurde nach 17-jährigem Wirken Vizepräsident René Meier (Baden) auf seinen Wunsch verabschiedet. Ein riesengrosser Dank für all die von ihm organisierten Ausflüge war ihm gewiss. Der restliche 4-köpfige Vorstand bleibt unverändert mit Urs Graber, (Präsident), Lisbeth Signer (Finanzen), Markus Husner (Aktuar) und Frowin Huwiler (Medien). Ein neues fünftes Vorstandsmitglied wird gesucht.

 

Die Veteranenvereinigung schloss das Jahr 2023 mit leichtem Gewinn, für 2024 ist aufgrund des Mitgliederschwundes ein Defizit von 5800 Franken budgetiert. «Wir können uns dies angesichts unserer Vermögenslage leisten», sagte Finanzchefin Lisbeth Signer und verwies darauf, dass nichtsdestotrotz die Sport Union Schweiz weiter mit einem hohen Betrag unterstützt und verschiedene Vereinsprojekte im Jugend- und Seniorensport gefördert werden. Der Mitgliederbeitrag bleibt unverändert bei 20 Franken. Als Neumitglieder konnten Franz-Peter Iten (Unterägeri), Gerold Fraefel (Zug), Hansulrich Karrer (Neuenhof) und Hansruedi Kurmann (Emmen) gewonnen werden. Dem gegenüber stehen 80 Austritte. Marlis Stalder (Malters, Jahrgang 1928) und Kurt Voser (Wettingen, Jahrgang 1929) wurden als älteste Teilnehmende geehrt.

 

Nach einem Apéro und der Totenehrung in der Pfarrkirche war in der Aegerihalle zum festlichen Mittagessen aufgedeckt. Franz Schnieper moderierte den Unterhaltungsteil, zu dem Zentralpräsident Sepp Born mit einem humorvollen Rückblick auf die 80-jährige Geschichte der Veteranenvereinigung sowie die Präsidentin der Sport Union Zentralschweiz, Sabrina Karli, mit einem Grusswort beitrugen. Für die gelungenen «Show Acts» sorgte die Brauchtumsgruppe Aegerital unter musikalischer Begleitung des «Echo vom Tannechris». Ausserdem fanden die Gemeindepräsidenten von Unterägeri und Sattel im Saal ein dankbares Publikum für ihre kurzen Ansprachen. Fridolin Bossard stellte die Gastgebergemeinde vor und Pirmin Moser informierte als Präsident von Aegerital-Sattel-Tourismus über die vielen Sehenswürdigkeiten, vom idyllischen Aegerisee über das Morgarten-Denkmal bis zur Sattel-Hockstuckli-Bahn.

 

Die 80. Veteranentagung bot den aus der ganzen Schweiz Angereisten eine schöne Gelegenheit, alte Freunde wiederzusehen und Neues kennenzulernen. Und so präsentiert sich die Veteranenvereinigung auch im neuen Vereinsjahr: Sportbegeistert, freundschaftlich, interessiert. Die nächsten Angebote mit Bewegungsfestapéro am 14. Juni in Wünnewil, Besuch des Mammutmuseums am 27. Juni und der 8. Genuss-Sportferienwoche vom 17. bis 24. August 2024 im Kneipp-Kurort Bad Wörishofen halten die Ü50-Fans der Sport Union Schweiz weiter im Schuss. Auch interessierte Neumitglieder der Vereinigung können sofort von diesen Angeboten profitieren.

 

Weitere Informationen zur Anmeldung finden sich unter:

https://sportunionschweiz.ch/verband/veteranenvereinigung.html

 

Für den historischen Rückblick von Sepp Born bitte weiter nach unten scrollen.

 

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Rückblick «80 Jahre Veteranenvereinigung» von Sepp Born als pdf

 

Am 26. Nov. 1944 feierte der Schweiz. Kath. Turn- und Sportverband SKTSV sein 25. Jahr-Jubiläum. An dieser Delegiertenversammlung wurden die ersten Veteranen ernannt und gleich darauf die Veteranenvereinigung aus der Taufe gehoben. Im «Goldenen Buch» kann man dazu zu lesen: «Das Programm dieser Vereinigung heisst nicht Wettkampf sondern Pflege der Kameradschaft unter sich, Treue und Unterstützung dem SKTSV».

 

Dem Protokoll der 1. Vorstandssitzung vom 31. Jan. 1945 ist zu entnehmen, dass «viele weitere Freunde konnten noch nicht zu Veteranen ernannt werden, weil sie entweder von einem nachlässigen Vereinspräsidenten nicht gemeldet wurden oder die gleiche Arbeit zufolge militärischer Abwesenheit desselben  Stellvertreter nicht geleistet wurden». Im dreiköpfigen Vorstand muss es noch gemütlich zu und her gegangen sein, denn im Juni Protokoll ist zu lesen: «Da das Traktandum Diverses nicht benutzt wurde, gehörte der Rest des Abends der Freundschaft.»

 

Die erste Landsgemeinde fand am 25. Nov. 1945 in Wil / SG statt. Der Jahresbeitrag betrug im Minimum Fr. 1.00, wurde aber meistens freiwillig erhöht. Vermerkt wurde im Protokoll: »Austritt, 2 Mann wegen Entfremddung vom Verband». Anschliessend besuchte man die DV des SKTSV.

 

Das «Goldene Buch», vom damaligen Züricher Verband gestiftet, fasst die Landsgemeinden von 1945 – 1963 in einmaliger Kunstschrift zusammen. Verantwortlich dafür war Meinrad Merz aus Einsiedeln. Viele historische Personenfotos, die leider meistens nicht beschriftet sind, ergänzen die kunstvollen Zeilen.

 

Innovativ waren die Veteranen seit eh und je. So fand die 2. Landsgemein-de auf der Insel Aue (vermutlich Ufenau) am oberen Zürichsee statt. Das Schiffbillet kostete Fr. 2.50 und das Mittagessen Fr. 4.20 inkl Trinkgeld.

 

Selbst nach langen Jahrestagungen mit vielen Grussworten und Ehrungen, kamen Kameradschaft und Humor nie zu kurz: Josef Weder dichtete 1948:

 

Wird der Turner älter,                      Mutig Riesen drehen,

Steil die Lebensbahn,                      Veteran hör auf.

Nimmt er’s etwas kälter,                  Auch zum Handstand stehen

Nennt sich Veteran.                          Fehlt es dir an Schnauf.

Schont sein altes Mark,                    Nehme dir zum Ziel

Turnet mit Bedacht                           Ein geruhsam’ Spiel.

 

Und so sind die Jahre vergangen. Die VV hat sich entwickelt und zeitweise weit über 2000 Mitglieder gezählt.

 

Gleichzeitig mit dem SKTSV jubilierte 1994 auch die VV. Zur 50. Lands-gemeinde traf man sich in Luzern und genehmigte der Zeit angepasste Statuten. Obmann Hans Soldera stellte fest: «Wir leben gegenwärtig in einer hektischen und unruhigen Zeit. Die Medien überhäufen uns mit Nachrichten. Es sind vielfach keine guten Meldungen.» Am Schluss fügte er an: «Wir stehen immer am Anfang, nie am Ende.»

 

Nun sind weitere 30 Jahre vergangen. Die VV hat sich entwickelt. Aus der Landsgemeinde wurde die Jahresversammlung, obwohl die Tagungen meistens auf dem Land stattfinden. Den Mitgliedern wird mit einem Ausflug und der Genusssportwoche mehr geboten. Aber die Mitgliederzahl ist in den letzten Jahren dramatisch gesunken, weil sich die Zahl der gemeldeten Neumitglieder in engen Grenzen hält. Was wurde an der 1. Vorstandssitzung vor über 80 Jahren bemängelt?! Analysen und Überlegungen für die Zukunft sind und werden angestellt.

 

Geblieben ist der tolle Zusammenhalt in der VV und die grossartige Unterstützung in moralischer wie finanzieller Hinsicht. Dafür bedanke ich mich ganz herzlich. Ich gratuliere zusammen mit dem Zentralvorstand und der ganzen Sport Union Schweiz zum 80-jährigen Bestehen.

 

Und weil wir heute in Unterägeri tagen und mein Stammverein, die Sport Union Aegeri, diese Jubiläums-Jahresversammlung organisiert hat schliesse ich mit einer Reminiszenz aus der Vereinsgeschichte, die durchaus auch Parallelen zur Veteranenvereinigung zulässt. Ein Austretender schrieb nämlich: «Da es mir an meiner männlichen Haltung nicht fehlt, ich jedoch weder Zeit noch Lust habe, ein eifriges Mitglied zu sein, möchte ich den Austritt erklären.» Wenn das kein Wink ist, das Mikrophon zurückzugeben!

 

Sepp Born, Zentralpräsident Sport Union Schweiz

05.05.2024

 

 

 

 

 

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